Werbung aus
TV-Aufnahmen entfernen und als
DVD brennen
(oder werbefrei auf Festplatte archivieren)
Seit einiger Zeit habe
ich einen
DVB-S-Receiver mit PVR-Funktion, d.h. ich kann eine externe Festplatte
(oder einen Speicherstick) per USB am Gerät
anschließen und TV-Sendungen damit aufzeichnen. Das
Gerät speichert die Aufnahmen im MPEG-TS-Format auf der
Festplatte.
(TS = Transport Stream, ein MPEG-Video-Container, der die Video- Audio-
und Datenspuren enthält.)
Aber wie bekomme ich die aufgezeichneten TV-Aufnahmen auf
eine DVD -
und das ohne die nervige Werbung? Ich habe lange mit verschiedenen
Programmen experimentiert und schließlich einen einfachen
und
sicheren Weg gefunden, wie man am PC die Werbung aus den digitalen
TV-Aufnahmen herausschneidet und den werbefreien Film
anschließend auf DVD brennt - oder auf Festplatte archiviert.
Man
benötigt dafür nur einige Freeware-Programme, ein
Brennprogramm (z.B.Nero) und natürlich einen DVD-Brenner.
Genügend Platz auf der Festplatte sollte auch vorhanden sein,
denn bei der Filmbearbeitung kann schon einiges an
(temporären) Daten zusammen kommen. Gut ist ein
externes Laufwerk, das Windows-User möglichst mit NTFS
formatieren sollten. Das FAT32-Dateisystem unterstützt
nämlich nur
Dateien bis höchstens 4 GB, bei großen Dateien
müsste
man den Film bei der Bearbeitung dann splitten (aufteilen). Bei einem
NTFS-Dateisystem gibt es diese Einschränkung nicht -
und Linux-User haben in dieser Beziehung sowieso kein Problem.
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Diese
Programme downloaden und installieren
ProjectX:
Das Programm, ein Open-Source-Tool, zerlegt eine Digital-TV-Aufnahme
in ihre
einzelnen Bestandteile (Audio/Video/Daten). Diesen Vorgang bezeichnet
man als → demultiplexen (demuxen). Bei Bedarf werden die
Bestandteile
synchronisiert. Das Programm unterstützt die Formate MPEG-2,
PES, TS, VDR, PVA und erstellt daraus MPV-Videofiles und MPA- und
AC3-Sounddateien. Anstatt die Aufnahmen zu demuxen, kann man sich den
Film auch als MPEG ausgeben lassen (→ multiplexen, muxen), und
eine Ausgabe im TS-Format ist ebenso möglich.
Cuttermaran:
Das Schnittprogramm ermöglicht das frame-genaue
Schneiden von MPEG 1- und MPEG 2-Dateien, ohne dass die Dateien
anschließend neu berechnet werden müssen. Die
Audio-Spuren werden exakt mit dem Video geschnitten, Bild und Ton
laufen somit synchron. Dafür muss jedoch die Audio- und
Videospur zuvor getrennt worden sein, z.B. mit ProjectX.
IfoEdit:
Dieses Programm ist ein sog. Authoring-Tool. Es bringt die Bild- und
Tondateien in ein
DVD-konformes Format, damit diese auf DVD gebrannt und mit einem DVD-Player abgespielt werden können.
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TV-Filme
schneiden
(Werbeblöcke entfernen) und als DVD brennen
1.) Mit ProjectX demuxen: Zuerst
über den
„+”-Schalter (neben
„Liste der Ausgabepfade”)
den Zielordner für die bearbeiteten Dateien
auswählen. Das Menü
„Einstellungen” öffnen und dort im Reiter
„Extern” den Haken setzen bei
„erstelle automatisch celltime.txt” (braucht man
später beim authoren mit IfoEdit) und bei
„Cuttermaran Info bei demux” (dadurch werden später die
Dateien in Cuttermaran schneller geladen). Auf das
Ordnersymbol mit dem grünen
„+”-Zeichen
klicken und die TS-Datei(en) (Quelle) auswählen. Links unter
„Prozess” auf „anpassen”
klicken und im Prozessfenster als Aktion
„demultiplex” auswählen. Jetzt die
Bearbeitung starten. ProjectX trennt nun
die Audio- und Videospuren. Ausgegeben wird eine mpv-(Video) und mpa
(Audio)-Datei sowie, falls im Originalfilm vorhanden, auch eine ac3-Audiodatei.
2.) Die von ProjectX
erstellte mpv-Datei
in
Cuttermaran öffnen,
die zugehörige(n) mpa und/oder ac3-Datei(en) werden automatisch geladen. Nun kann
man damit beginnen, die Werbung aus dem Film zu entfernen: Man
navigiert mit dem Rollbalken bis zum Startpunkt - für kleine
Schritte benutzt man die <I>-Buttons. Hat man die
richtige
Stelle gefunden, markiert man mit „Start”
den Beginn des Films. Man navigiert weiter bis zum Ende, d.h. bis zu
der Stelle, an der die Werbung beginnt. Diese Stelle wird
mit „Ende” markiert. Es werden also die
Teile des Films markiert, die man
behalten
möchte.
Jetzt
ist
auch die Schaltfläche mit dem „+”-Zeichen
(unterhalb der Start/Ende-Buttons)
aktiv und man fügt damit den Clip der Schnittliste
hinzu.
Bei weiteren Werbeblöcken wiederholt man diese
Prozedur. Wenn alles fertig ist, kann man die Schnitte durch Klick auf
das Monitor-Symbols vor dem Schneiden noch
überprüfen. Ist
man zufrieden mit dem Ergebnis, klickt
man auf das Scherensymbol

und startet mit der Schaltfläche
„Schneiden” den Schnitt.
Dabei werden die Clips - also die
„guten” Teile ohne Werbung - ausgeschnitten,
bearbeitet und neu
zusammengefügt. Ausgegeben wird eine Video- (mpv) und
eine Audio (mpa) -Datei.
3.)
Nun
mit IfoEdit authoren: In
der Menüleiste „DVD Author”
und „Author new DVD” anklicken und die
zuvor von Cuttermaran
erzeugte Video- (mpv) und Audiodatei (mpa) auswählen. Mit
einem Klick auf „OK” beginnt IfoEdit seine
Arbeit und fügt die Bild- und Tondateien
DVD-konform wieder zusammen.
4.) Die dabei erzeugten Video-Dateien (
VOB,
IFO, BUP)
schließlich auf DVD brennen (z.B. mit Nero) Das alles geht
ziemlich flott, am längsten dauert eigentlich der
Brennvorgang.

Die so erstellte DVD lässt sich problemlos mit einem
DVD-Player abspielen.
♠ Dem Film
Kapitel hinzufügen, z.B. bei TV-Serien
Wenn man mehrere Folgen seiner Lieblings-TV-Serie auf eine DVD brennen
möchte, empfiehlt es sich, mit Cuttermaran
noch
Kapitel
einzufügen, am Besten jeweils am Anfang
oder Ende jeder Serienfolge. Diese Kapitelliste wird
als „celltimes.txt”
gespeichert. Beim anschließenden authoren mit IfoEdit (siehe
oben, Punkt 3) unter „Position” jetzt
zusätzlich
auch diese „celltimes.txt”-Datei
auswählen.
Dabei werden Sprungmarken
erzeugt. So kann man beim Abspielen im DVD-Player ganz komfortabel zu
den einzelnen Folgen vor- oder zurückspringen. Auf eine DVD
passen etwa 4 Folgen einer üblichen TV-Serie, deshalb beim Erstellen
bitte auf die Gesamtgröße der Datei achten, damit später auch alles auf eine DVD
passt.
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TV-Aufnahmen schneiden und auf Festplatte archivieren
Wer seine Film- und Serienaufnahmen nicht auf DVD brennen, sondern
werbefrei auf einer Festplatte speichern möchte, geht wie
folgt vor:
Bei Schnitt
mit Cuttermaran:
Die TS-Datei(en) wie oben beschrieben mit ProjectX
demuxen. Den Film schneiden (siehe oben, Punkt 2). Schnitt
starten, im sich öffnenden Fenster den
Reiter „Muxing”
anklicken und bei „Ausgabedateien
muxen” einen Haken setzten, ev. auch bei
„Die elementary Streams löschen”. Als
Muxer „mplex” wählen und den
gewünschten Ausgabepfad angeben. Mit einem Klick auf
die Schaltfläche „Schneiden” startet die
Verarbeitung.
Wenn man den Haken entsprechend gesetzt hat, werden die nicht
benötigten mpv- und mpa-Streams nach der Bearbeitung
gelöscht, ausgegeben wird dann nur die geschnittene mpg-Datei.
Bei Schnitt mit ProjectX:
TS-Datei(en) in ProjectX öffnen und den
Film schneiden: Den Reiter Schnittsteuerung
wählen, Schnittpunkte mit
„+” setzen. Die Vorgehensweise ist ähnlich
wie bei Cuttermaran - es werden jeweils Anfang und Ende der Teile
markiert, die man
behalten möchte.
Mit Klick
auf „Anpassen” das Prozessfenster
öffnen, den Haken setzen bei
„zu M2P”.
Die Verarbeitung starten. Ausgegeben wird eine mpg-Datei.
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Anmerkungen zum Filmschnitt
Zwar kann man TV-Aufnahmen mit ProjectX auch schneiden, aber als
Schnitt-Programm ist Cuttermaran die beste Wahl, die Benutzung ist
einfacher und man kann damit genauer schneiden. Sehr hilfreich ist z.B.
die Vorschau-Funktion,
mit der man die Schnitte vor der endgültigen Bearbeitung noch
überprüfen kann. Da Cuttermaran aber nur
bereits getrennte Spuren verarbeitet und man die Aufnahmen
deshalb sowieso zuerst mit ProjectX demuxen muss, schneide ich
manchmal auch gleich damit. Um lediglich den Vor- und Nachlauf zu
entfernen, reicht ProjectX völlig aus. Wenn aber viele
Werbeblöcke herauszuschneiden sind, benutze ich Cuttermaran.
Es wurde als
reines Schnittprogramm für digitale TV-Aufnahmen konzipiert
und ist
daher für diesen Zweck einfach besser geeignet.
Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung dem einen oder
anderen dabei hilft, seine Filme erfolgreich zu schneiden
und eigene, frustrierende Fehlversuche zu vermeiden. Über ein
Feedback
würde ich mich freuen.